Impfen bei MS
Impfen bei MS ist ein heikles Thema, wie Sie sicherlich schon gemerkt haben. Auf praktisch allen (online-) Ratgebern wird (bedingungsloses) Impfen empfohlen. Das kann ich, nachdem ich meine Impfstatistik im Buch Satte Diagnose - Multiple Sklerose veröffentlicht habe und die Reaktion von meinen (vielen) MS-Bekannten kenne, nicht vorbehaltlos unterstützen. Ich beachte bei mir jetzt: Impfungen können einen Schub auslösen. Während eines Schubes nicht impfen (3 Monate Abstand einhalten)! Nach Möglichkeit keine Impfung mit Lebendimpfstoffen. Impferfolgskontrolle bei immunsuppressiver Therapie: Bestimmung, ob Ihr Körper Antikörper gebildet hat. Vor einer Impfung den immunologischen Impfstatus bestimmen lassen: In Österreich kostet das Bestimmen des FSME-Titers im Blut (die Menge der noch vorhandenen FSME-Antikörper) und damit das Bestimmen eines noch vorhandenen Impfschutzes etwa 18 € und ist damit auf alle Fälle günstiger als ein eventueller Schub. Ebenso das Bestimmen von Hepatitis A-AK und Hepatitis B-AK (etwa je 11 €) sowie das der AK gegen Diphterie, Polio und Tetanus (etwa je 28 €, Stand 2010). Das sollte man sich im Bedarfsfall leisten. Erkundigen Sie sich in Ihrem Labor nach den aktuellen Kosten! Vor Beginn jeder das Immunsystem beeinflussenden Therapie (z. B. Interferone, Glatirameracetat, Natalizumab oder Immunglobuline) den Impfstatus auf den letzten Stand bringen. Ich lasse mir in regelmäßigen Abständen (etwa alle 3 Jahre) meine Antikörper gegen FSME, Hepatitis, Diphterie und Tetanus bestimmen und impfe nur bei Bedarf. Mit der Investition von etwa 10 € - 30 € pro Antikörper-Bestimmung erspare ich mir damit einen möglichen Schub. Bei der Grippe-Impfung muss man bei Impfwunsch leider ausprobieren, welchen Impfstoff man am besten verträgt. Die Wahrscheinlichkeit, auf eine Impfung einen Schub zu bekommen oder durch sie Schaden zu nehmen, liegt nach meinem Erachten eher im Prozentbereich als im Promillebereich. Besprechen Sie sich mit Ihrem Arzt (Ihren Ärzten) und wägen Sie ab. Das Erstellen von Listen, welche Impfstoffe mit welcher Wahrscheinlichkeit einen MS-Schub auslösen können, wäre so sinnvoll. Man müsste nur die Impfpässe von MS-Patienten mit deren Patientenkarteien vergleichen. Das können Sie übrigens auch selbst bei sich machen, Sie wissen ja, wann Sie einen Schub gehabt haben. Mit dem im Buch angeführtem Vorgehen bei Impfungen könnte man weltweit einigen 10.000 Menschen den Weg in den Rollstuhl ersparen. Dieses Vorgehen würde wenig kosten, aber sehr viel bringen! Warum solche Empfehlungen bislang noch immer kein MS-Zentrum bzw. keine MS-Hilfsorganisation gemacht hat, weiß ich nicht. Diese Frage beantwortet Ihnen aber Ihr Neurologe sicher gerne. Diese Maßnahmen halte ich in jedem Fall ein. Wollen Sie sich impfen lassen, besprechen Sie es bitte mit Ihrem behandelnden Arzt und entscheiden Sie dann. Neue Studien und Publikationen zu diesem Thema: 19. 2. 2011; PubMed.gov; Relapse risk in patients with multiple sclerosis after H1N1 vaccination, with or without seasonal influenza vaccination. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21336784 http://resources.metapress.com/pdf-preview.axd?code=47x387k3365819lx&size=largest 26. 4. 2011; Paul Ehrlich Institut; Antworten auf kritische Fragen zum Thema Impfungen und Impfstoffe http://www.pei.de/cln_170/DE/infos/fachkreise/impfungen-impfstoffe/fragen-antworten-impfen/antworten-impfungen-impfstoffe- node.html?__nnn=true “Fazit - Entgegen immer wieder geäußerten Befürchtungen, dass Impfungen zu Multipler Sklerose führen oder bei bestehender MS einen akuten Schub der Erkrankung auslösen könnten, gibt es jetzt mehr und mehr epidemiologische Hinweise darauf, dass Impfungen nicht mit einem erhöhten Risiko für MS einhergehen.” Anmerkung des Verfassers dieser Homepage: Diese Schlussfolgerung beruht auf 5 Studien von 2002 - 2006, es wurden leider keine Daten erhoben, wie ich es in meinem MS-Ratgeber “Satte Diagnode Multiple Sklerose” vorgeschlagen habe und wofür ich auch von der Stadt Wien einen Preis verliehen bekommen habe (Erstellen von Listen, welche Impfstoffe zu wie viel % einen MS-Schub auslösen können - siehe). Zur Zeit müssen Sie leider selbst beobachten, welchen Impfstoff Sie vertragen und welchen nicht. 29. 8. 2009; JAMA; Postlicensure Safety Surveillance for Quadrivalent Human Papillomavirus Recombinant Vaccine http://jama.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=184421 „Context: In June 2006, the Food and Drug Administration licensed the quadrivalent human papillomavirus (types 6, 11, 16, and 18) recombinant vaccine (qHPV) in the United States for use in females aged 9 to 26 years; Results: VAERS (Vaccine Adverse Event Reporting System) received 12 424 reports of AEFIs (adverse events following immunization) following qHPV distribution, a rate of 53.9 reports per 100 000 doses distributed. A total of 772 reports (6.2% of all reports) described serious AEFIs, including 32 reports of death.“ 13.07.2009: pharmazeutische-zeitung.de; HPV-Impfung: Nebenwirkung im ZNS http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=30327 13. 5. 2011; amsel.de; Lösen Impfungen Multiple Sklerose aus? http://www.amsel.de/multiple-sklerose-news/medizin/index.php?kategorie=medizin&anr=4006 17. 8. 2011; PubMed.gov; [Fingolimod treatment for multiple sclerosis patients : Infectiological aspects and recommendations for vaccinations.] http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21845450 „Comparably to other immunosuppressive treatment strategies the immune response to vaccines may be hampered during treatment with fingolimod. Thus, on the one hand, vaccination gaps should be closed before initiation of fingolimod treatment and, on the other hand, success of vaccinations during fingolimod therapy may have to be checked by antibody titre assessment.“ 12. 10. 2011; PubMed.gov; Neurological and autoimmune disorders after vaccination against pandemic influenza A (H1N1) with a monovalent adjuvanted vaccine: population based cohort study in Stockholm, Sweden. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21994316 „CONCLUSIONS: Results for the safety of Pandemrix over 8-10 months of follow-up were reassuring -notably, no change in the risk for Guillain-Barré syndrome, multiple sclerosis, type 1 diabetes, or rheumatoid arthritis. Relative risks were significantly increased for Bell's palsy, paraesthesia, and inflammatory bowel disease after vaccination, predominantly in the early phase of the vaccination campaign. Small numbers of children and adolescents with narcolepsy precluded any meaningful conclusions.“ 12. 10. 2011; PubMed.gov¸ Neurological and autoimmune disorders after vaccination against pandemic influenza A (H1N1) with a monovalent adjuvanted vaccine: population based cohort study in Stockholm, Sweden. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21994316 „CONCLUSIONS: Results for the safety of Pandemrix over 8-10 months of follow-up were reassuring -notably, no change in the risk for Guillain-Barré syndrome, multiple sclerosis, type 1 diabetes, or rheumatoid arthritis. Relative risks were significantly increased for Bell's palsy, paraesthesia, and inflammatory bowel disease after vaccination, predominantly in the early phase of the vaccination campaign. Small numbers of children and adolescents with narcolepsy precluded any meaningful conclusions.“ 4. 11. 2011; PubMed.gov; Seasonal and H1N1v influenza vaccines in MS: Safety and compliance. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22056469 „CONCLUSIONS: Our results are intended to help reassure patients with MS and their physicians about the safety of seasonal influenza and H1N1v influenza vaccines.“ 16. 4. 2012; aerzteblatt.de; Grippeimpfung 2011/12 mit begrenzter Schutzwirkung http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/49842 30. 7. 2012; netdoktor.de; Neue Impfempfehlungen: Auffrischen und nachimpfen http://www.netdoktor.de/News/Neue-Impfempfehlungen-Auffr-1137114.html „...die STIKO (Ständige Impfkommission) erstmals die Empfehlungen zu Nachholimpfungen bei unvollständigem oder unbekanntem Impfstatus umfassend dargestellt.“ Anm: Also zuierst den Impfstatus bestimmen lassen! 5. 6. 2014; NetDoktor.de; Impfen oder nicht? Der Faktencheck http://www.netdoktor.de/Bildergalerie/Impfen-oder-nicht-Der-Faktencheck- 169/1.html?utm_source=Newsletter+05.06.2014&utm_medium=E-Mail&utm_term=Impfen-oder-nicht-Der- Faktencheck&utm_content=4 4. 7. 2014; PubMed.gov; Efficacy of vaccination against influenza in patients with multiple sclerosis: The role of concomitant therapies. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25000592 „The majority of drugs appear not associated with a reduced response to vaccination against influenza, with the notable exception of mitoxantrone and glatiramer acetate. For a few drugs, among which natalizumab, information is not sufficiently clear and additional studies are needed to draw a definite conclusion. These results highlight the importance to evaluate the efficacy of vaccination in patients treated with immunosuppressant drugs.“ Anm. des Autors diesser Homepage: „“Das ist das, was ich schon seit Jahren sage. Es reicht völlig aus, dass ich nach einer Grippe-Imfung unter Natalizumab-Therapie im Rollstuhl gelendet bin. Anmerkung des Autors dieser Homepage: “Es ist interessant, dass Impfungen bei etlichen MS-Freunden von mir und auch bei mir selbst die MS ausgelöst oder schwere Schübe verursacht haben, aber praktisch alle Studien hierzu das Gegenteil aussagen. Nachdem meine Rechtsschutzversicherung nur Deckung bis zu 150.000 € übernimmt, gestatte ich mir, meine Meinung hierzu bei mir zu belassen.” MAGISTRAT DER STADT WIEN - Bundesministerium für Gesundheit bmg.gv.at/cms/home/.../8/9/.../fsme-encepur_0,25ml_(dt)_final.pdf „ Leidet Ihr Kind an einer schweren oder chronischen Erkrankung? (z.B. angeborene oder erworbene Immunschwäche, Krebs, Autoimmunerkrankung, Blutgerinnungsstörungen, chronisch entzündliche Erkrankungen des Gehirns oder Rückenmarks, epileptische Anfälle) Wenn ja, an welcher?.......................................................................................................................“ “Anm.: Manchmal freue ich mich ganz besonders, ein Wiener zu sein! Anm. des Autors diese Homepage: Als Konservierungsmittel für Impfungen wird übrigens das quecksilberhaltige Thiomersal  eingesetzt. In den USA werden bei Kindern unter sechs Jahren nur noch Impfstoffe eingesetzt, die kein Thiomersal oder höchstens Spuren davon enthalten. Warum diese Regelung nur für Kinder gilt und das auch nur in den USA, ist mir nicht ganz klar. Enteder ist Quecksilber giftig oder nicht. Und wenn es giftig ist, dann gehört es meiner Meinung nach für alle verboten. Informationen über Thiomersal finden Sie hier. Die letzte Entscheidung liegt aber wohl beim Patienten, thiomersalfreie Impfstoffe einzuforden. Meines Wissens ist FSME-Immun thiomersalfrei. In Österreich sind zur Grppe-Impfung zwei Impfstoffe verschiedener Herstellerfirmen zugelassen, die sich in ihrer Produktionsweise etwas unterscheiden. Beide bieten sehr guten Schutz vor der Virusgrippe Influenza, sind gut verträglich und werden ohne die umstrittene Trägersubstanz Thiomersal hergestellt. Besprechen Sie sich bitte mit Ihrem Arzt. 11. 12. 2014; Aktiv mit MS;  Impfen erhöht das MS-Risiko nicht Anm. des Autors diese Homepage: „Nur wenn man schon MS hat, ist Vorsicht geboten. Ich lasse mir alle 3 Jahre bestimmen, ob ich noch genügend Antikörper habe und ob eine Impfung überhaupt notwendig ist. http://www.aktiv-mit-ms.de/ms-news/ms-ticker/detail/artikel/impfen-erhoeht-das-ms-risiko-nicht/ 27. 1. 2015; DMSG; Kein Anstieg des Multiple Sklerose-Risikos durch HPV-Impfung http://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/index.php?w3pid=news&kategorie=fors 21. 6. 2015; MSnews; Masernimpfung bei MS? http://www.ms-life.de/ms-service/ms-news/detail/article/masernimpfung-bei-ms/ “Mein Gott, bewahre mich vor meinen Freunden, mit meinen Feinden werde ich allein fertig.” Voltaire Zum Seitenanfang